Bevor die große Reise beginnt

Börries von Notz, Alleinvorstand der Historischen Museen Hamburg, zu Besuch auf der Viermastbark PEKING

Voraussichtlich im Sommer 2017 startet die Überfahrt der PEKING aus den USA nach Deutschland, wo sie in einer Werft restauriert und als erstes und größtes Exponat für das zukünftige Deutsche Hafenmuseum in Hamburg vorbereitet wird.


Börries von Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg, unter deren Ägide das Deutsche Hafenmuseum konzeptionell geplant und umgesetzt wird, hat das Schiff vor seiner Überfahrt auf der Caddell-Werft in New Jersey besucht. Gemeinsam mit Jonathan Boulware, dem Executive Director des South Street Seaport Museum hat er den Zustand der PEKING inspiziert und schon einmal die Flagge des Deutschen Hafenmuseums gehisst.

Die Überführung der PEKING und seine Restaurierung ist der Finanzierung durch Mittel aus dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zu verdanken. In dessen Sitzung vom 12. November 2015 wurden 120 Millionen Euro für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums in Hamburg bewilligt. In dieser Summe enthalten sind bis zu 26 Millionen Euro für die Überführung und Sanierung der PEKING, wofür dankenswerter Weise die Stiftung Hamburg Maritim gewonnen werden konnte. Mit der Entwicklung, der Errichtung und den Betrieb des Deutschen Hafenmuseums wurde die Stiftung Historische Museen Hamburg beauftragt, von der auch die inhaltliche Konzeption zur späteren Nutzung der PEKING im Kontext des Deutschen Hafenmuseums erarbeitet wird.

Die PEKING als Exponat für das Deutsche Hafenmuseum

Der Flying P-Liner PEKING, erbaut 1911 bei Blohm & Voss im Auftrag der Hamburger Ferdinand-Laeisz-Reederei, wird nach der Restaurierung als historisches Objekt einen wesentlichen Bestandteil des Deutschen Hafenmuseums bilden. Ziel ist es, die PEKING trotz der erforderlichen Restaurierungsarbeiten als Objekt möglichst authentisch zu belassen. Das Schiff soll in seiner beeindruckenden Größe mit einer Länge von 115 Metern und einer Breite von 14 Metern für Besucher aller Altersklassen erlebbar werden. Die Rekonstruktionen auf dem Schiff sollen sich auf die Kammern, das Kartenhaus und den Ruderstand auf dem Hauptdeck konzentrieren. In einem Raum auf dem Brückendeck soll zukünftig die Geschichte des Schiffes gezeigt werden.

Umfangreichere Themen, die mit der Geschichte der PEKING unmittelbar verbunden sind, wie der Salpeterhandel, die Segelfrachtschifffahrt und ihre Bedeutung für die Gestaltung von Hafenanlagen, sollen vertiefend in der Ausstellung des Deutschen Hafenmuseums präsentiert werden. Ein wichtiges Kriterium für ein erfolgreiches Besuchererlebnis ist die Möglichkeit einer barrierefreien Zugänglichkeit. Dafür sollen die Treppen und Niedergänge vergrößert, aber auch ein Fahrstuhl integriert werden. Dieser Umbau soll optisch möglichst zurückhaltend erfolgen, um einen guten Kompromiss zwischen Originalbauzustand und heutigen Nutzungsanforderungen herzustellen.


Foto: Victor Hugo